NSU Lambretta 125 mal eben schnell für den Tüv durchschauen
Ein Reparaturtagebuch
Die Vorgeschichte
Die Suche nach einem alten Roller mit 125 cm³ für meine Freundin war gar nicht so einfach. Sie hat nur den Zusatz B196 im Führerschein eingetragen und darf damit meine Zündapp Bella nicht fahren. Und leider gibt es auch keine Zündapp Bella mit 125 cm³. Eine Zündapp R50 ist für gemeinsame Ausfahrten dann doch was schwach auf der Brust. Die schnellere Zündapp RS50 ist in einem guten Zustand recht selten und teuer. Eine alte Vespa mit 125 cm³ ist mittlerweile unbezahlbar geworden, bei einer Lambretta sieht es nicht anders aus. Wie das so ist, schaut man jeden Tag mal in die Kleinanzeigen rein, was den neues Angeboten wird. In einer Anzeige wurden, nicht weit von mir entfernt, direkt drei NSU Lambretta angeboten, zwei mit Kickstarter und eine mit Dynastarter. Alle drei mit 125 cm³. Das Model mit Dynastarter fand ich besonders interessant, da es den Startvorgang eben bequemer macht. Und mit NSU hatte meine Familie immer gute Erfahrungen. Mein Vater fuhr in den sechziger und siebziger Jahren einen NSU TT und NSU TTS, welchen er auch in Tourenwagen Rennen erfolgreich einsetzte. Und schon mein Opa hatte in den dreißiger Jahren ein NSU Motorrad.
Erst mal nur Anschauen gehen
Ein Anruf genügte, und ich hatte einen Besichtigungstermin ausgemacht. Ich musste nicht weit fahren, der Ort war nur 20 Kilometer von Frechen entfernt. Als ich auf den Hof fuhr, stand der Roller schon vor der Garage. Zuerst durfte ich mir die Sammlung von Horst anschauen. Beeindruckend was der Mann alles für tolle Motorräder hat. Und zu jedem Motorrad gab es eine interessante Geschichte. Nach fast 2 Stunden Fachsimpeln kaufte ich den Roller und vereinbarte einen Abholtermin. Der Samstag darauf war es dann soweit! Der Roller war auf meinem Anhänger gut verzurt und Horst machte noch das obligatorische Abschiedsfoto. Zu dem neuem Fahrzeugbrief existiert auch noch der alte Fahrzeugbrief. Die NSU wurde in Köln Ehrenfeld 1954 zum ersten mal zugelassen und hat bis zur seiner Abmeldung 1964 wohl die meiste Zeit auf den Straßen von Köln verbracht.